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Interessantes aus der Geschichte der Schwarzatalbahn

Bild der Strecke von den Bauarbeiten Köditzberg - Königsee  ca. 1910. Foto: Renate Schumann

 

Die 1900 in Betrieb genommene Eisenbahnstrecke Rottenbach - Katzhütte ist von ihrer Streckenführung recht anspruchsvoll. Weil das Fürstenhaus von Schwarzburg die Streckenführung durch das Schwarzatal, entlang der Schwarza von Blankenburg bis Katzhütte, verhinderte, musste eine neue Trasse her. Die wurde nun unter Nutzung zweier Täler entwickelt. Von Rottenbach folgt die Strecke zunächst dem Rinne-Tal (Rinne heist der Bach) fähr dann über die Höhe, hinab in das Schwarzatal und folgt diesem bis Katzhütte. Dieser Streckenverlauf bot die Möglichkeit in Köditzberg einen Anschluss nach Königsee herzustellen. Er hatte aber auch einige Schwierigkeiten zur Folge, wie starke Steigungen, enge Radien, viele Brücken und dadurch Züge mit geringer Nutzlast.

 

Das belegen ein paar Daten aus dem heutigen Anlagenbestand:

 

Streckenlänge 25 km
Anzahl Brücken 22
Anzahl Stützbauwerke 48
Anzahl Durchlässe 66
Bahnübergänge 30
max. Streckengeschwindigkeit 60 km/h
überwiegende Streckengeschwindigkeit 50 km/h (wg. Radien)
max. Steigung 37,281 Promille
Anzahl Gleisbögen 142
Anzahl Bögen R < 300 m 96
davon Anzahl Bögen R < 180 m 27

 

In der Anfangsphase, ab 1900,  führte dieser Streckenverlauf zu Problemen. Es war schwierig, geeignete Lokomotiven zu finden, die ausreichende Zugkraft und gute Kurvenläufigkeit hatten. Wie dafür geschaffen preoduzierte die Erfurter Lokomotivfabrik Hagans genau zu dieser Zeit eine Gelenklokomotive der Bauart T 13 und später die Weiterentwicklung T 15.

Postkarte zur Eröffnungsfeier in Mellenbach-Glasbach am 17.08.1900 (Sammlung Michael Kurth)

Ein Fotoausschnitt der Postkarte zur Streckeneröffnung in Mellenbach-Glasbach. Gut zu sehen die Gelenkbauweise der Hagans-Lok T13, die bei guter Zugkraft diese engen Kurven bewältigen konnte.

Solch eine Gelenklokomotive zog auch den Eröffnungszug am17.08.1900. Spätere Entwicklungen von seitenverschiebbaren Achsen oder Drehgestelllokomotiven ermöglichten dann der freizügigen Einsatz verschiedenster Lokomotiven bis in die Neuzeit. Was blieb ist die Anforderung von viel Zugkraft für wenig Wagen oder großer Motorleistung für wenig Gewicht.