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Aus dem Leben des Dr. Ing. Wolfgang Bäseler

Regierungsbaurat Dr. Ing. Wolfgang Bäseler war Konstrukteur und Erbauer der außergewöhnlichen Standseilbahn zwischen Obstfelderschmiede und Lichtenhain. Er war beauftragt eine Eisenbahnverbindung zwischen Schwarzatal und der Hochebene um Oberweißbach zu bauen. Er untersuchte mehrere Varianten, darunter den Bau einer normalen Eisenbahnstrecke, einer Zahnradbahn und einer Standseilbahn. Den Vorzug, ganz besonders unter dem Gesichtspunkt der Baukosten erhielt die Standseilbahn. Dr. Bäseler entwarf auch zahlreiche Details der außergewöhnlichen Standseilbahn, für die es zur Zeit der Errichtung keinerlei Vorbild gab. Zwar gab es schon viele Standseilbahnen, vor allem in der Schweiz, jedoch keine zum Transport von Eisenbahnwagen. So orientierte er sich an den schweizer Standseilbahnen, musste jedoch das Meiste neu entwickeln oder erfinden. Dazu gehört die Güterbühne und sämtliche Verladeeinrichtungen dazu, sowie der quer zur Förderrichtung stehende Antrieb, der das Bewegen solch großer Lasten überhaupt erst ermöglichte. Hier ist der Lebenslauf dieses außergewöhnlichen Mannes zusammengetragen. Die Daten dazu erhielten wir freundlicherweise von Tochter Dorothee Bäseler und Enkel  Bert Amman im Jahr 2006.

 

Etappen seines Lebens

19.11.1888   Wird Wolfgang Bäseler in Arnstadt geboren; sein Vater ist Königlicher Regierungsbaumeister bei der Königlichen Eisenbahndirektion (KED) Erfurt
1907 -  1911   Studium an der Technischen Hochschule Aachen und München; Ausarbeitung zum Bau von Wirbelstrombremsen für die Rangiertechnik; Schlägt zwangsläufigen Ablauf beim Rangieren mittels Seilführung vor
1911   Beginn des Dienstes bei der Königlichen Eisenbahn Direktion (KED) Erfurt
1911 – 1913   Als Regierungsbauführer am Bahnbau im Thüringer Wald beteiligt
09.07.1913   Promotion zum Doktor-Ingenieur (Dr.Ing.)
1914 - 1918   Feldeisenbahndienst
1918   Entwickelt er eine steile Kreuzungsweiche mit außen liegenden Zungen (Bauart „Bäseler“), die im Züricher Hauptbahnhof eingebaut wird
1918 - 1919   Ausarbeitung verschiedener Projekte für die Oberweißbacher Bergbahn
1919   Von der KED beurlaubt zur Übernahme der Bauleitung der Oberweißbacher Bergbahn. Er berechnet das Antriebssystem der Bergbahn, die mögliche Lastenbeförderung per Güterbühne und entwickelt selbst  zahlreiche Sonderkonstruktionen für die Bergbahn, wie die Antriebsanordnung, die Güterbühne, die verschiebbare Schiebebühne an der Bergstation usw.
1921   Ernennung zum Regierungsbaurat
15.03.1923   Offizielle Eröffnungsfeier der Oberweißbacher Bergbahn
15.05.1923   Wiederaufnahme des Dienstes bei der KED Erfurt
1924   Er stellt seine Entwicklung einer Optischen Zugsicherung (OPSI) im Bahnhof Seddin vor
1925   Wird er Chef eines Forschungsbüros der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft (DRG) in München
1925 - 1945   Durch den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn für Forschungsaufgaben seiner Wahl frei- und außer Zensur gestellt !
1945 - 1948   Bäseler vertritt den Inhaber des Lehrstuhls für Eisenbahnbau  der Technischen Hochschule München
1948   Er wird Honorarprofessor an der Technischen Hochschule München und Vorstand der „Studiengesellschaft für kombinierten Verkehr“, die sich mit Behälter- und Huckpack-Verkehr beschäftigt
1951 - 1968   Ist er Mitglied des Fachwissenschaftlichen Beirats der berühmten Eisenbahn-Fachzeitschrift „Glasers Annalen“
1962   Dr Bäseler verfaßt selbständige Arbeiten zum Thema Kombi-Verkehr
14.08.1984   Wolfgang Bäseler stirbt in Gauting bei München